Es gibt kaum eine Fachzeitschrift, die sich derzeit nicht mit Sarkopenie beschäftigt.

Hauptgrund ist die weltweit zunehmende (andere) Pandemie, das "Übergewicht" und die Lustlosigkeit zur Bewegung.

Die Forscher weisen derzeit vermehrt darauf hin, dass aufgrund Home-Office bei Erwachsenen und dem nachlassenden Bewegungsdrang bei Kinder und Jugendlichen, aufgrund des immer weiter zunehmendem TV- und PC-Spiele-Konsum die Gefahr gestiegen ist, dass die Basis eines gesunden Körpers/Muskulatur für das spätere Leben nicht mehr gegeben ist.

 

Haben die Menschen früher noch vermehrt draußen gespielt und insgesamt einen deutlich höheren Bewegungsdrang an den Tag gelegt, und somit die Basis für diverse körperliche Fähigkeiten in jungen Jahren schon höher angelegt (siehe bsp. "optimal"), so führt das Bewegungsdefizit nun dazu, dass diese Basis sich immer weiter nach unten verschiebt.

 

Im Klartext heißt das, dass Kinder und Jugendliche sich aufgrund des Bewegungsdefizit eine schlechtere Basis für die Zukunft schaffen und damit (im Vergleich zu den früheren Generationen) in der Folge deutlich früher therapiebedürftig und später im schlimmsten Fall deutlich früher hilfe- und pflegebedürftig werden.

Sarkopenie - was ist das eigentlich?

Unter Sarkopenie versteht man den Abbau von Muskelmasse, den sogenannten Muskelschwund.

Weltweit leiden ca. 50 Millionen Menschen darunter. Betroffene haben eine geringere körperliche Leistungsfähigkeit, eine höhere Neigung zu stürzen und dadurch bedingt auch weitere Verletzungen.

 

Folgen der Sarkopenie

Ab dem 25. Lebensjahr verliert jeder Mensch bis zu 1% Muskulatur pro Jahr.

Bei einem über 50jährigen Menschen sind es 3% Muskulatur-Verlust pro Jahr und

bei einem Menschen über 60 Jahre sogar bis zu 5% Muskelmasse-Verlust pro Jahr!

Dieser Abbau der Muskulatur wird durch Bewegu7ngsmangel, Übergewicht und Nährstoffmangel stark beschleunigt. 

Treibt ein Mensch also bis zu seinem 70. Lebensjahr , verliert er bis zu 40% seiner Muskelmasse.

Bei vielen älteren Menschen wird der Prozess dadurch beschleunigt, dass die schnelle Muskelermüdung als Ausrede benutz wird, um sich noch weniger zu bewegen.

Das Positive ist der Umkehrschluss: bewegt man sich in frühen Jahren viel und hält sich auch im Alter fit, so verringert man diesen Muskelschwund und die damit verbundene Mobilität deutlich.

 

Doch was heißt das genau, wenn wir unsere Muskelmasse verlieren?

Je weniger Muskulatur der Mensch besitzt, desto weniger Kraft hat er und desto schlechter wird z.B. auch die Koordination. Das führt dazu, dass sich die Haltung verschlechtert, man immer schlechter laufen kann und die Kraft zunehmend abnimmt. Auf lange Sicht werden alltägliche Aktivitäten nicht mehr möglich sein. Durch den Muskelabbau sind komplizierte Bewegungen nicht mehr so leicht auszuführen, als nächstes sind auch geschmeidige und runde Bewegungen nicht mehr möglich und schlussendlich kommt es durch die fehlende Stabilität häufiger zu Stürzen und Verletzungen.

Somit ist deine Muskulatur entscheidend dafür, welchen Weg du im Leben einschlägst!

 

Was kann ich tun und wie kann ich dem vorbeugen?

Die beste Prävention bei Sarkopenie ist es bereits frühzeitig mit regelmäßigem Training zu beginnen. Ein individuelles und betreutes Krafttraining ist hierbei unabdingbar, um Muskelmasse aufzubauen, sowie die Beweglichkeit und Stabilität zu erhalten.

Jedoch ist hier gelegentliches Spazieren gehen, Gartenarbeit oder ähnliches längst nicht ausreichend!

Nur durch einen überschwelligen Trainingsreiz kann Muskulatur aufgebaut werden. Solche Wachstumsreize sind Belastungen, die über die alltäglichen Bewegungen hinaus gehen.

Durch diese Wachstumsreize versorgt deine Muskulatur deinen gesamten Körper mit wichtigen Botenstoffen, den sogenannten Myokinen. Diese Hormone werden bei Muskeltraining vermehrt ausgeschieden und dienen als Kommunikation zwischen den Organen und sind in der Lage uns wirksam vor Krankheiten zu schützen. Sie sind die Ladestationen und Wegweiser für unser Immunsystem.

 

Kurz gesagt:

Sarkopenie ist der Verlust von Muskelmasse. Dieser Prozess beginnt bereits ab dem 25. Lebensjahr.

Um dem Abbau der Muskulatur und den damit einhergehenden Lebenseinschränkungen entgegenzuwirken braucht es bereits in jungen Jahren, vor allem aber auch im Alter individuell, angepasstes Krafttraining mit überschwelligen Trainingsreizen.

Deine Muskulatur ist deine Apotheke und somit ist sie entscheidend dafür, welchen Weg du im Leben einschlägst!

 

Denn Sarkopenie betrifft JEDEN --> auch DICH !